Bald kostenpflichtige Nachrichten bei Facebook?
Seit Kurzem kann man Facebook-Gründer Zuckerberg gegen eine Gebühr von 100 Euro private Nachrichten zukommen lassen. Welche Absicht verfolgt Facebook mit dieser Neuerung?
Einnahme-Quellen
Dass Facebook nach dem Börsengang von der Realität eingeholt wurde und sich dies auch im Aktienkurs niederschlug, sollte an keinem vorbeigegangen sein. Seitdem verfolgt Facebook, intensiver denn je, verschieden Einnahmemodelle in das größte soziale Netzwerk der Welt einzubinden. Die Haupteinnahmen werden nach wie vor durch Werbung erzielt. Gegen entsprechende Gebühren kann jeder auf die vielfältigen Targeting Möglichkeiten, welche durch die User-Angaben generiert werden, zurückgreifen und Werbung schalten. Da sich dieses Modell jedoch bislang nicht zu vollster Zufriedenheit rentiert, müssen neue Möglichkeiten gefunden werden.
Nicht den User vergraulen
Nachdem seit einiger Zeit nunmehr auch auf Handys und Tablets Werbung geschaltet wird, spielt Facebook einmal mehr mit der Gunst seiner Nutzer. Die lapidare Einstellung Facebooks gegenüber der Privatsphäre des einzelnen ist ebenso hinlänglich bekannt. Es ist daher ein schmaler Grat den Facebook beschreitet, wenn neue Einnahmenmodelle implementiert werden sollen. Immer wieder gibt es daher Konkurrenznetzwerke, wie Google+ oder Diaspora, welche Nutzer abwerben wollen. Auf Grund der mittlerweile über 1 Milliarde Nutzer ist deren Affinität zu Facebook jedoch längst so groß geworden, dass das Verlassen des Netzwerks nur sehr schwer fällt. Andererseits sollten sich die Nutzer aber auch bewusst sein, welche Möglichkeiten ihnen Facebook bietet und das sie dafür zumindest finanziell nicht direkt zahlen müssen. Klar, werden Ihre Daten weiterverwendet. Jedem steht es dennoch frei, auf Werbung zu klicken und anschließend etwas zu kaufen oder nicht.
Was hat es mit dem neuen Modell auf sich?
Künftig plant Facebook zwar noch keine kostenpflichtigen Nutzer-Accounts, wie es zum Beispiel bei Xing der Fall ist, jedoch sollen nun private Nachrichten in Dollar umgewandelt werden. Wie das? Wenn ein User einem nicht-Freund künftig eine Nachricht schicken möchte, so soll dies vermutlich einen Dollar kosten. Schaut man sich derzeit einmal die Nachrichten von nicht-Freunden an, so finden sich viele Teaser zu Veranstaltungen oder ähnliches. Künftig erwarten uns dort vielleicht dann Produktangebote, Gutscheine und alles, was sich die Unternehmen so einfallen lassen werden. Zudem sollen die Nachrichten fortan auch besser sichtbar werden. Verschwinden diese derzeit im Sonstige-Ordner, rücken diese wohl künftig zwischen die Nachrichten von Freunden, sodass man sich diese doch mal durchlesen wird.
Facebooks Ansicht
Facebook legt das natürlich etwas anders nach außen aus. Man wolle dazu beitragen, dass die Nutzer nicht mit Nachrichten überschüttet werden. Auf diese Weise soll eine Hürde geschaffen werden, um vor Spam zu schützen. In erster Linie ist jeder Nutzer selbst dafür verantwortlich, wie viel Spam er erhält. Nicht jedem ist jedoch bewusst, dass man das Empfangen von Nachrichten Fremder abstellen kann. Added man zudem nicht jeden Kontakt, sondern nur diese, welche man wirklich kennt, hält sich auch der Spam in Grenzen. Bisher sei der Bezahldienst wohl auf nur eine Nachricht pro Woche beschränkt. Wer Facebook jedoch kennt, weiß, dass dies wohl nur die ersten vorsichtigen Akzeptanz-Tests sind. Sollte sich das Modell erfolgreich etablieren, wird die Nachrichten Funktionen vermehrt genutzt, ist natürlich die Aufhebung der Beschränkung denkbar.