Einige Experten hatten dem Papier und den Stiften aufgrund des digitalen Zeitalters das Aussterben prophezeit. Termine werden über Smartphones gespeichert und koordiniert und Dokumente im PDF-Format via Tablets hin- und hergeschickt. Statt Aktenschränke zu füllen, werden wichtige Papiere und Arbeitsanweisungen nun in Clouds gespeichert, so dass alle Mitarbeiter gleichzeitigen Zugriff haben und gleichzeitig daran arbeiten können. Doch Stift und Papier werden trotz dieser Entwicklungen des digitalen Zeitalters ebenso wenig die Konferenzmappe verschwinden. Sie sind sowohl für formelle als auch für informelle Aufgaben unverzichtbar.
Die formellen Aufgaben von Stift und Papier
Stift und Papier werden schon deshalb nicht verschwinden, ließ einmal ein Vorstandschef eines großen DAX-Unternehmens wissen, weil die persönliche Unterschrift mit Stempel digital nicht zu ersetzen ist. Es gibt zwar mittlerweile einige IT-Experten, die anderer Meinung sind, aber generell gilt die persönliche Unterschrift noch immer als die wichtigste Form der rechtlichen Anerkennung eines Vertrags, die man überhaupt leisten kann. Doch damit erschöpfen sich die formellen Aufgaben nicht: Stift und Papiere werden beispielsweise auch dazu gebraucht, um Sitzungsprotokolle zu erstellen, die dann in der Konferenzmappe verschwinden, um am Arbeitsplatz oder in den eigenen vier Wänden abgetippt zu werden. Anders, als mit einer direkten Mitschrift kann man ein Protokoll nicht erstellen. Auch offizielle Aktenvermerke oder Änderungen können nur mit Stift und Papier durchgeführt werden, weil jeder andere Vorgang entweder extrem langatmig wäre oder im Extremfall sogar Urkundenfälschung bedeuten würde.
Die informellen Aufgaben von Stift und Papier
Noch wichtiger als die formellen Aufgaben von Stift und Papier sind jedoch die informellen. Es ist unmöglich, auf die Schnelle Notizen zu erstellen oder auszutauschen, ohne dabei auf Stift und Papier zu verzichten, zumal es auch immer wieder schnelle Mitschriften gibt, die nicht in digitalen Geräten gespeichert werden sollen, weil sie nur für den direkten Arbeitsgebrauch oder sogar für den Privatgebrauch sind. So beschwerten sich beispielsweise schon einmal Mitarbeiter, dass es ihm digitalen Zeitalter doch wesentlich schwieriger sei, sich Liebesbriefe zu schreiben, weil die Handys natürlich ausgeschaltet oder zumindest stumm sein müssen, weshalb SMS als Kommunikationsform ausscheiden. Das digitale Zeitalter bringt den Menschen viele Segnungen und erleichtert das Leben tatsächlich in vielerlei Hinsicht, doch sicher ist, dass auch künftig nicht auf Stift, Papier und Konferenzmappe verzichtet werden kann, weil diese Dinge sowohl beruflich als auch privat unverzichtbar bleiben.